Staatsorchester Braunschweig
Abschlusskonzert: Vivaldi und Beethoven
Sonntag 27.09.26
16:00 Uhr

Zum Abschluss der diesjährigen Konzertreihe spielt das Staatsorchester Braunschweig in einer kammermusikalischen Besetzung Antonio Vivaldis "Vier Jahreszeiten" (op. 8, Nr. 1 – 4) und Beethovens Sinfonie Nr. 1 (op. 21). Das Staatsorchester wird dabei geleitet von Ante Sladoljev, wobei Felix Gutgesell als Solist auftritt.

Kaum ein Werk der Musikgeschichte hat sich so tief ins kollektive Gedächtnis eingeschrieben wie Antonio Vivaldis „Die vier Jahreszeiten“. Um 1725 entstanden und als Teil der Sammlung „Il cimento dell‘armonia e dell‘inventione“ veröffentlicht, entführen die vier Violinkonzerte das Publikum in ein Klangbild des Naturkreislaufs. Jedem Konzert stellte Vivaldi ein Sonett voran – wohl aus eigener Feder –, das die musikalische Erzählung literarisch untermalt: das erwachende Vogelleben im Frühling, ein aufziehendes Gewitter im Sommer, das ausgelassene Fest der Ernte im Herbst und das Zittern in eisiger Winterkälte. Die Solovioline tritt dabei als eigentliche Protagonistin auf, während das Orchester Wind, Regen und Donner in Klang verwandelt. Mit dieser konsequent bildhaften Tonsprache, die man als frühe Form der Programmmusik bezeichnen kann, war Vivaldi seiner Epoche weit voraus. Bis heute besticht das Werk durch seine Unmittelbarkeit, seinen Erfindungsreichtum und die Frische, mit der es Natur in Musik übersetzt.

Mit seiner 1800 in Wien uraufgeführten Ersten Sinfonie eröffnete Ludwig van Beethoven eine der folgenreichsten Werkreihen der Musikgeschichte. Noch in der Tradition Haydns und Mozarts stehend, lässt das Werk doch bereits jene eigenwillige Handschrift erkennen, die Beethovens späteres Schaffen prägen sollte. Aufsehen erregte schon der Beginn: Statt des erwarteten C-Dur-Akkords setzt eine dissonante Akkordfolge ein, die den harmonischen Boden zunächst ungewiss lässt – ein subtiler, aber wirkungsvoller Bruch mit der Konvention, den mancher Zeitgenosse als kühn empfand. Auch der langsame Einleitungssatz, der erst allmählich in das eigentliche Allegro mündet, verrät den experimentierfreudigen Geist des jungen Komponisten. Die Uraufführung fand im Rahmen einer „Akademie“ im Burgtheater statt, bei der Beethoven zugleich eigene Klavierwerke vorstellte und sich damit dem Wiener Publikum in seiner ganzen Bandbreite präsentierte. Mit knapp dreißig Jahren trat der Komponist damit erstmals öffentlich als Sinfoniker in Erscheinung – ein Auftakt von großer Signalwirkung, der bereits auf das noch Kommende verwies.